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Der weibliche Heißhunger

Der weibliche Heißhunger

Ein Fakt, den wir immer gerne wiederholen: Wir leben in einer Welt, die auf der Grundlage männlicher Daten gestaltet wurde. Auch Ernährungsstudien werden in der Mehrzahl an Männern durchgeführt! Was bedeutet also eine ausgewogene Ernährung für den weiblichen Körper? Und warum haben Menstruierende kurz vor der Periode immer diesen Heißhunger? 

Im folgenden Blogbeitrag verwenden wir die Begriffe Frauen und Männer nur in Bezug auf den biologischen Urprungs des Körpers.

der weibliche Heißhunger fembites

FAST ALLE STUDIEN ZUR ERNÄHRUNG WURDEN AN MÄNNERN DURCHGEFÜHRT

“Jede Hirn-, Herz- oder Leberzelle ist bei Frauen unterschiedlich” - Professor Dr. Vera Regitz-Zagrosek

Das biologische Geschlecht hat signifikante Auswirkungen auf das ganze Leben und beeinflusst unsere Körperphysiologie und damit Ernährung und Energiebedarf sowie Stressverarbeitung und Gewichtsmanagement. Das biologische Geschlecht hat sogar Einfluss darauf, welche Symptome eine Krankheit verursacht oder welche Medikamente wie wirken. Doch Stoffwechsel und Hormonhaushalt unterscheiden sich genauso wie das Erscheinungsbild. Das Problem dabei ist, dass der männliche Hormonspiegel kaum Schwankungen unterliegt, ganz im Gegensatz zu denen von Frauen im fruchtbaren Alter. Hier liegt die Betonung auf fruchtbar, denn zyklusbedingte natürliche Hormonschwankungen, PMS und die Menstruation sind wichtige Faktoren die mit Fruchtbarkeit einhergehen. 

Bekommt der Körper über die Nahrung nicht genug Glukose (Zucker), wird er gezwungen, seine Zuckerspeicher anzuzapfen – angefangen bei der Leber bis hin zu den Aminosäuren in Muskeln und Geweben - um selbst Glukose herzustellen. Dieser Zustand versetzt speziell den weiblichen Körper in Stress, das heißt, er drosselt seinen Energieverbrauch. Stress bedeutet immer auch eine Ausschüttung von Cortisol und Adrenlin. „Es gibt kein Essen? Dein Leben ist in Gefahr!“ denkt unser Körper, wir grundsätzlich wissen, dass es nicht so ist. Der weibliche Körper reagiert viel sensibler auf Stresssituationen, weil das Hormonsystem entsprechend sensibler ist und wir Kohlenhydrate benötigen, um ausreichend Hormone zu bilden und hormonellen Dysbalancen vorzubeugen.

Denn der weibliche Körper benötigt Glukose für die Reifung von Eizellen und die Progesteronbildung. Kohlenhydrate beruhigen auch das Nervensystem und reduzieren die Ausschüttung von Stresshormonen. Das Weglassen von Kohlenhydraten hat an bestimmten Punkten im Leben seine Relevanz. Doch dürfen wir nicht verallgemeinern! Männer können nämlich eher auf Kohlenhydrate verzichten, als Frauen. Kohlenhydrate sind, neben Proteinen und wertvollen Fetten, wichtige Nährstoffe für den weiblichen Körper. 

“Stress ist der Hauptauslöser für Dysbalancen im Hormonsystem. Denn ein hoher Cortisolspiegel im Blut hemmt die Bildung von Östrogen, Progesteron und Schilddrüsenhormonen und stört Vorgänge im Körper die unbewusst ablaufen”.

Stress-Cortisol hat viele Effekte. Es kann das Immunsystem schwächen und hemmt das Schlafhormon Melatonin, mindert die Verdauungsleistung und raubt dem Organismus Magnesium. Der Körper verlangt bei Dauerstress nach mehr Energie und meldet ständig Heißhunger.

 

ERNÄHRUNG GEGEN STIMMUNGSSCHWANKUNGEN WÄHREND DER PERIODE

Kurz vor der Periode ist typischerweise der Spiegel des Stresshormons Cortisol höher als sonst. Gleichzeitig sinkt die Konzentration des Glücklichmachers Serotonin – eine Kombination, die bei vielen Frauen für schlechte Stimmung sorgt. Mit der richtigen Ernährung kann man dem entgegenwirken. 

Schnelle Kohlenhydrate (Weißmehl, raffinierter Zucker, keine Ballaststoffe) enthalten schnell verfügbare Kohlenhydrate, die den Blutzucker schnell ansteigen und genauso schnell wieder abfallen lassen - Achterbahnfahrt vorprogrammiert! Unser Körper schüttet dann vermehrt das Stresshormon Cortisol aus. Dieses hebt den Zuckerspiegel wieder etwas an, kann aber auch die Stimmung trüben. 

Außerdem fördert das in der zweiten Zyklushälfte ansteigende Progesteron die Darmträgheit - es wirkt entspannend und verlangsamt die Muskelbewegung bei der Verdauung. Wichtig für die Gesundheit ist auch eine intakte Darmmikrobiota.

 

DER WEIBLICHE HEISSHUNGER

Die sich im Rachenraum befindlichen Geschmacksknospen haben bei Frauen einen schnelleren und stärkeren Draht zum Gehirn. Der weibliche Körper verlangt auch eher nach Süßem. Wenn Frauen versuchen ihren Heißhunger ohne Kalorien zu stillen, nehmen sie oft mehr künstliche Süßstoffe und Fettersatzstoffe zu sich. Achtung: Der Heißhunger kann somit gar nicht befriedigt werden, weil diese Ersatzstoffe nicht dieselbe Wirkung auf den Blutzucker und die Wirkstoffe im Gehirn haben!

Künstliche Süßstoffe schmecken fast wie Zucker und regen die Geschmacksknospen an. Der Süßstoff kommt in den Magen, im Gehirn kommt aber keine Energie an. Es wird kein Serotonin ausgeschüttet. Das Gehirn erwartet Zucker, weil die Geschmacksknospen etwas Süßes gemeldet haben. Man wird missmutig. Wir können den Heißhunger stillen indem wir kleine Mengen essen. Denn was wir essen beeinflusst auch die weibliche Stimmung:

Zucker und Stärke → Serotonin wird ausgeschüttet → Ausgeglichenheit

Fette → Endorphine werden ausgeschüttet → Euphorie

Eiweiß → Dopaminfreisetzung → Munter

Die Freisetzung von Serotonin wird allerdings von Eiweißen blockiert. Also auch Milchprodukte blockieren die Freisetzung von Serotonin im Gehirn. 

Auch Leber und Nieren von Frauen arbeiten anders als bei Männern und entgiften schwächer, weshalb man bei Alkohol und Medikamenten auf seinen Körper sensibel hören sollte. Außerdem ist der letzte Teil des weiblichen Dickdarms meist etwas länger, wodurch die Verdauung bei Frauen im Schnitt etwas langsamer ist, was bei der Entstehung von Verdauungsproblemen auch eine Rolle spielt. 

Weil die Forschung den männlichen Körper als Standard setzt, werden Frauen oft falsch behandelt und verstanden. Es ist Zeit, dass die Gender Data Gap geschlossen wird damit Frauen und Männer ihrer Biologie entsprechend behandelt werden!

 

Ihr habt Fragen oder Anregungen zu dem Thema? Schreibt uns : hello@fembites.com

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