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Periodenschmerzen: Was ist normal und was nicht?

Periodenschmerzen: Was ist normal und was nicht?

Periodenschmerzen: die meisten Menstruierenden kennen sie. Manche erleben die Schmerzen leichter, andere sehr stark, wieder andere zu stark. Aber was ist hier normal und was nicht? 

Eine Freundin erzählte mir vor ein paar Jahren von ihren Periodenschmerzen. Sie sagte, sie lag vor Schmerzen zusammengekauert auf dem Badezimmerboden und konnte sich nicht mehr bewegen, ohne, dass es weh getan hat. Sie weinte. Sie schrie. Die zwei Schmerztabletten, die sie einnahm, machten keinen großen Unterschied. Ich erinnere mich, wie ich mich fragte, ob das normal sei. 

Viele Menstruierende fürchten sich jeden Monat vor den bevorstehenden Schmerzen, die ihre Periode mit sich bringen wird und doch stellen sie sich nie die Frage, ob ihre Regelschmerzen unnomal sein könnten. Sie wachsen auf in dem Glauben, dass ihre Schmerzen genauso stark sind wie die anderer und werden in dem Glauben erzogen, dass Regelschmerzen einfach ein Teil der Periode sind. In vielen Gesundheitskursen überfliegen die Lehrer die blutigen Details des Menstruationszyklus und verwenden den vagen Begriff "Krämpfe" als Sammelbegriff für alle Arten von Regelschmerzen. In Filmen und Fernsehsendungen werden wir mit Bildern von Menstruierenden konfrontiert, die mit einer Wärmflasche im Bett zusammengerollt sind und sich darüber lustig machen. Selten sehen wir eine genaue Darstellung der Nuancen von Regelschmerzen.

Aber warum ist das so?
Aus der fembites Community erreichen uns regelmäßig zahlreiche Geschichten darüber, wie Sätze wie "deine Schmerzen sind normal, stell dich nicht so an", oder "Es wird Zeit, dass du die Pille nimmst, dann verschwinden auch die Schmerzen" oder "Schmerzen sind normal, die sind einfach Teil deines weiblichen Zyklus". 

Diese Fehlinformationen und Kleinmachen der eigenen Schmerzen von außen können schwerwiegende Folgen für Betroffene haben, denn starke Schmerzen können oft Anzeichen für Erkrankungen wie Endometriose sein, bei der Gewebe, das dem der Gebärmutterschleimhaut ähnelt, in anderen Teilen des Fortpflanzungssystems wächst, oder für das polyzystische Ovarialsyndrom (PCOS), das hormonelle Störungen und Eierstockzysten verursachen kann. Wenn Betroffene und ÄrztInnen nicht wissen, was der Unterschied zwischen "normalen" und "starken" Schmerzen ist, kann es Jahre dauern, bis eine Betroffene Hilfe sucht, und dann Jahre, bis die ÄrztInnen eine Diagnose stellen.

Eine 2017 durchgeführte Studie über PCOS-Erkrankten aus aller Welt ergab, dass 33,6 Prozent der Betroffenen mehr als zwei Jahre auf eine Diagnose warten müssen und 47,1 Prozent mehr als drei ÄrztInnen aufsuchen. Eine Studie aus dem Jahr 2020 ergab, dass fast alle Betroffenen Verzögerungen bei der Endometriose-Diagnose hinnehmen mussten - 37,7 Prozent, 27,0 Prozent und 35,3 Prozent hatten kurze, mittlere bzw. lange Wartezeiten.


Wie können wir besser verstehen, was normale und unnormale Regelschmerzen sind?
Da man sich nicht immer darauf verlassen kann, dass ÄrztInnen die Nuancen von Regelschmerzen verstehen, liegt es an uns selbst, sich selbst über die Grenze zwischen normalen und abnormalen Schmerzen zu informieren: Bleibt der Schmerz nach der Einnahme von einer Schmerztablette bestehen? Beeinträchtigt er dich im Alltag? Musst du davon Erbrechen?

Niemand, wirklich niemand kann deinen Schmerz nachempfinden. Daher liegt es an dir die Nuancen deiner Regelschmerzen selbst zu erforschen und vor ÄrztInnen zu beschreiben. Ganz wichtig ist es, dir hier von niemanden (auch nicht von deinem Arzt) einreden zu lassen, dass deine Schmerzen "normal" seien, wenn du die oberen Fragen mit "Ja" beantworten konntest. 


Die Frage, die wir uns seit der Gründung von fembites stellen ist, warum uns unsere Bildungssysteme, elterlichen "Gespräche" und Mediendarstellungen im Stich lassen - wenn wir uns nicht mit Wissen ausstatten, wer dann?


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