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Warum wir gendern

Warum wir gendern

Über Menstruation zu sprechen ist wichtig, weil es hilft, Kulturen der Scham und Fehlinformationen abzubauen, die es seit Tausenden von Jahren gibt. Es kann unglaublich ermutigend sein, Ideen, Erfahrungen und Informationen über die Periode miteinander zu teilen. Gleichzeitig kann es für diejenigen, die von der Diskussion ausgeschlossen sind, entfremdend sein.

fembites warum wir gendern

Wir, Jana und Angelica von fembites, wurden als cis-Frauen geboren. Cis- bedeutet hierbei, dass wir nicht nur als Frau geboren wurden, sondern uns auch als Frau fühlen. Wir haben irgendwo zwischen 11 und 13 unsere erste Periode bekommen (auch Menarche genannt) und haben so einiges an Periodenbeschwerden durchgemacht. Worüber wir nie nachgedacht haben, bis wir fembites entwickelten: es gibt Frauen, die nicht menstruieren. Und es gibt Männer, die menstruieren.

WAIT, WHAT?

Einige cis-Frauen (also Frauen die als Frau geboren sind wurden und sich auch als solche identifizieren) haben aufgrund von Menopause, Stress, Krankheiten (auch hormonellen Krankheiten) oder einer Hysterektomie (Gebärmutterentfernung) keine Periode. Es kann sein, dass sie aufgrund einer Vielzahl von medizinischen Bedingungen nie ihre Periode bekommen haben, oder sie sind transgender oder intersexuell. Gleichzeitig gibt es Menschen, die menstruieren, die keine cisgender Frauen sind. Sie können trans Männer, intersexuell, genderqueer oder nichtbinär sein.

Menstruation ist eine biologische Funktion; es ist keine reine "Frauensache". Es ist eine Erfahrung, die sehr variabel sein kann und für verschiedene Menschen unterschiedliche Dinge bedeuten kann.

Es mag im Moment ungewohnt oder sogar unangenehm erscheinen, "menstruierende Menschen" oder "Menschen mit Zyklus" zu sagen (oder im Englischen “womxn”), aber das ist genau wie die Änderung anderer voreingenommener Sprachen. Es ist genauer, als "Frauen" zu sagen, und die Verwendung eines geschlechtsneutralen Begriffs trägt auch dazu bei, wichtige Gesundheitsinformationen für alle zugänglich zu machen, die sie benötigen - unabhängig von ihrem Geschlecht.

 

DIE SPRACHE, DIE WIR VERWENDEN, IST WICHTIG.

Gleichberechtigung durch Kommunikation: Menschen, die nicht in die gängige Definition von "Frauen" passen, können leicht isoliert, ausgegrenzt, stigmatisiert und diskriminiert werden.

Wir sollten nicht zwangsläufig davon ausgehen, dass jede Frau menstruiert, und genauso sollten wir nicht davon ausgehen, dass andere Geschlechter es nicht tun. Denn auch trans Männer, Intersexuelle und nicht-binäre Menschen können Eisprünge und die Menstruation haben (mal ganz abgesehen von Periodenbeschwerden). Unter Hashtags wie #bleedingwhiletrans wird der Umgang mit dem Zyklus von Menstruierenden aufgeklärt. 

Bisher spielt im öffentlichen Diskurs Diversität kaum eine Rolle und es wird mit stereotypen femininen Bildern geworben. Oft finden selbst cis-Frauen diese Darstellung nicht ansprechend. Wir erinnern uns an Frauen welche mit weißen Hosen über eine Wiese springen. Mittlerweile gibt es einige Unternehmen, welche genderneutral werben und ihre Bilder dementsprechend konzipieren. 

Natürlich fürchten einige Menschen, dass genau diese Entwicklung die Erfahrungen von cis-Frauen verdrängen oder das Geschlecht in den Hintergrund rücken könnte. Tatsächlich ist es so, dass auch sehr viele Vorurteile in Zusammenhang mit der Menstruation und dem Zyklus mit der Vorstellung einer cis-Frau verknüpft sind.

Beispielsweise schon die Annahme, dass Frauen durch den Zyklus irrational oder zickiger seien als Männer. Die Studien in Zusammenhang mit dem Zyklus werden/wurden größtenteils mit cis-Frauen gemacht. Diese Perspektive soll nicht ersetzt, sondern erweitert werden. Beispielsweise werden in der Werbung mehrere cis-Frauen mit einem trans Mann gezeigt. Das problematische am binären Geschlechtermodell wird so ganz deutlich, es ruft Erwartungen hervor. Von Geburt an bestimmen diese Normen das gesamte Leben dieses Menschen. 

 

EIN WICHTIGER SATZ FASST ES SEHR PASSEND ZUSAMMEN:

Not all who menstruate are women and not all women menstruate.

Übersetzt: Nicht alle Frauen menstruieren und nicht alle, die menstruieren, sind weiblich.

Seit der Debatte um den Tweet im Juni von J.K. Rowling wird dieser Satz besonders oft zitiert. Doch die Frage dahinter ist, wie viele von uns darüber reflektieren was hinter diesem Satz steht. Denn, wenn wir davon ausgehen, dass Frauen einen Eisprung haben, oder menstruieren Frau-sein bedeutet, wie geht es den Frauen, die, zum Beispiel durch Erkrankung, keinen haben?

Auf der anderen Seite stehen die Männer, welche menstruieren können mit oft verbundener Scham und immenser psychischer Belastung.

Wir sehen das Statement als Anregung die eigenen Bilder im Kopf zu reflektieren, da wir selbst nicht betroffen sind und würden uns wünschen, dass es viele andere Menschen mit uns gemeinsam tun. Ganz unabhängig vom Geschlecht oder hormonellem Status. So können neue Perspektiven geschaffen werden!

Lasst uns einander ermutigen, Erfahrungen austauschen und das Thema aus der Tabuzone holen. Diese neuen Perspektiven bereichern uns und schränken uns nicht ein oder verdrängen Erfahrungen von cis-Frauen - im Gegenteil. Wir bauen damit Vorurteile ab und werden offener.

Das bringt uns allen Vorteile, oder?

 

P.S.: Wir verwenden Frau und sprechen damit alle an, die sich als Frau definieren. Gleichermaßen funktioniert es mit Mann.

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