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Auswirkungen von Covid-19 auf den weiblichen Zyklus

Auswirkungen von Covid-19 auf den weiblichen Zyklus

Der Bilderbuchzyklus ist etwa 28 Tage lang. Mit dem Begriff "Bilderbuchzyklus" meine ich den Zyklus, der zur Vorlage für den Biounterricht und viele Zyklustracking Apps dient. An irgendetwas muss man sich ja schließlich orientieren können. Mein Zyklus war immer schon 30 Tage lang. Das ist nichts ungewöhnliches, doch als er sich diesen Monat auf 35 Tage gestreckt hat, wurde das ganze dann doch etwas unangenehm. Konnte ich schwanger sein? Ausgeschlossen. Hatte ich zu viel Stress? Ja, aber das hat meine Periode noch nie davon abgehalten zu starten. Was war also los? 

Ich wurde krank. Bestimmt nur eine Erkältung. Das positive Corona-Testergebnis folgte sogleich. Sofort stellte ich mir die Frage, ob und wie Corona meinen Zyklus beeinflussen konnte und machte mich auf den virtuellen Weg nach Antworten. 

Neue Studie belegt: Die Corona-Impfung kann den Zyklus verlängern

Nachdem viele Menstruierende eine Veränderung an ihrem Zyklus nach der Corona-Impfung bemerkten, wurde dies endlich in der letzten Studie des Fachjournals "Obstetrics & Gynecology" bestätigt. 

Laut dieser US-Studie verlängert sich der Zyklus kurzfristig tatsächlich um ca. 1 Tag. Genauer gesagt, verlängerte sich bei der Studie der Zyklus im Durchschnitt um 0,64 Tage nach der ersten, und 0,79 Tage nach der zweiten Impfdosis. Das Interessante: Wenn die Impfung zu Beginn der Follikelphase, also zwischen dem Eintritt der Menstruation und dem nächsten Eisprung erfolgt, dann sind die Verzögerungen am stärksten. 

Der Weltverband der Frauenärzte ("International Federation of Gynecology and Obstetrics"), stuft Veränderungen von weniger als 8 Tagen als normal ein, also als medizinisch nicht relevant.

Laut der Studie könnte der Grund einer solchen Veränderung damit zusammenliegen, dass das Immunsystem sogenannte Zytokinen (Entzündungsbotenstoffe) als Reaktion auf die Impfung produziert und somit einen kurzzeitigen Einfluss auf die Hypothalamus-Hypophysen-Nebennieren-Achse haben, das zentrale Stressreaktionssystem des Körpers.

Okay. Und wie sieht es mit einer Infektion aus?

Auswirkung einer Corona-Infektion auf den Zyklus

Laut Dr. Taraneh Shirazian, Leiterin von Global Women's Health und Assistenzprofessorin für Geburtshilfe und Gynäkologie an der NYU Langone Health in New York City sind die Auswirkungen von COVID-19 auf den Menstruationszyklus vergleichbar mit anderen Virusinfektionen und längeren Stressperioden: "Wenn man Corona bekommt, ist das eine Belastung für den Körper und eine große Belastung für die Hypothalamus-Hypophysen-Nebennieren-Achse (HPA)".

In Stresssituationen regt die HPA-Achse die Ausschüttung des Stresshormons Cortisol an, damit sich der Körper auf den Kampf oder die Flucht vor einer Bedrohung vorbereiten kann. Bei anhaltendem Stress "kann ein erhöhter Cortisolspiegel die Menstruationszyklen einer Person beeinflussen", sagt Dr. Shirazian. Darüber hinaus kann das Stressreaktionssystem bei längerem Stress ausbrennen und die HPA-Achse unterdrückt werden, wodurch die Produktion der follikelstimulierenden und luteinisierenden Hormone (FSH und LH) in der Hypophyse sinkt, was wiederum die Produktion von Östrogen und Progesteron in den Eierstöcken verringert.

Bei vollständiger Unterdrückung der HPA-Achse kann es bei einer Person zu Amenorrhoe, dem Ausbleiben der Periode, kommen. Bei einer teilweisen Unterdrückung könnte es alle paar Wochen zu einer Schmierblutung oder einer Zwischenblutung kommen. "Es gibt kein klares Muster, das wir erwarten können - jeder Mensch reagiert unterschiedlich auf die Unterdrückung der HPA-Achse", sagt Shirazian.

"Es ist wichtig, dies zu betonen: Jede Krankheit kann Menstruationsunregelmäßigkeiten verursachen", sagt Dr. Lauren Streicher, klinische Professorin für Geburtshilfe und Gynäkologie an der Northwestern University in Chicago. Wenn man die Kombination aus einer schweren Infektion [wie Corona] und dem Stress der Pandemie betrachtet, ist das zu erwarten. Wie viel davon auf Corona zurückzuführen ist und wie viel auf chronischen Stress oder Infektionen, ist nicht bekannt und wurde nicht untersucht.

Es ist wichtig, daran zu denken, dass "der weibliche Körper biologisch gesehen nur aus einem Grund menstruieren - um schwanger zu werden", fügt Streicher hinzu. Die Störung des Menstruationszyklus, die durch eine Corona-Infektion ausgelöst werden kann, könnte ein biologischer und evolutionärer Schutzmechanismus sein, sowohl für den Körper als auch für ihre potenziellen Nachkommen.

Was den Stress durch die Pandemie angeht, so tritt er an zwei Fronten auf. Abgesehen davon, dass Stress an sich den Cortisolspiegel erhöht, was sich auf die Menstruation auswirken kann, können auch die Unterbrechungen des Lebensstils und der Routinen der Menschen während der Pandemie den Menstruationszyklus beeinflussen. Und wenn man während der Pandemie sesshafter geworden ist oder an Gewicht zugenommen hat, so Shirazian, können sich diese Veränderungen auf ihre Periode auswirken, was vielleicht zum Ausbleiben der Menstruation, zu längeren Abständen zwischen den Perioden oder zu einer längeren Blutungsdauer führt.

"Jede stressige Situation kann den Hormonspiegel verändern und dazu führen, dass die Menstruation ausbleibt", sagt Streicher. "Meistens liegt es daran, dass der Eisprung ausbleibt."

Noch mehr Zyklusstörungen durch Corona bei Menschen mit Endometriose oder PCOS

Die im BMJ (British Medical Journal) veröffentlichte Studie, an der etwa 1200 Frauen mit Aufzeichnungen über ihre Menstruationszyklen und Impfdaten teilnahmen, zeigte, dass Menschen mit einer bereits bestehenden Diagnose von Endometriose oder PCOS eher Zyklusstörungen bemerkten als Menschen ohne diese Diagnosen.

"Das könnte darauf hindeuten, dass die Impfstoffe bei einigen Menschen, die bereits anfällig für Zyklusstörungen sind, eine Wirkung haben könnten", sagt Victoria Male, PhD, eine der Studienautorinnen und Dozentin für Reproduktionsimmunologie in der Abteilung für Stoffwechsel, Verdauung und Fortpflanzung am Chelsea and Westminster Hospital Campus des Imperial College London im Vereinigten Königreich.

Unser Zyklus: Eine Superpower

Abschließend ist zu sagen, dass mein Zyklus schon wusste, dass ich Corona hatte, bevor ich es selbst wusste und das ist die Superpower eines jeden medizinisch weiblichen Körpers. Unser Zyklus ist ein Spiegelbild unserer körperlichen Gesundheit. Stimmt etwas nicht, so ist es wichtig genauer hinzusehen und entsprechende Maßnahmen zu ergreifen.

Um meinem Körper eine extra Portion Unterstüzung während dieser für ihn anstrengenden Zeit zu geben, greife ich auf femgums zurück, die wir entwickelt haben, um dem medizinisch weiblichen Körper zu helfen, sich während jeder Phase seines Zyklus energiegeladen, ruhig, konzentriert und schmerzfrei zu fühlen. 

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