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Mein*e Freund*in hat gerade ihre Periode bekommen. Und jetzt?

Mein*e Freund*in hat gerade ihre Periode bekommen. Und jetzt?

Die meisten Frauen* haben jeden Monat Blutungen. Das weißt du. Was du nicht genau weißt, ist, warum die Periode deiner Freund*in sie so... anders erscheinen lässt, als sie normalerweise ist. Gerade hat sie noch gelacht und auf einmal weint sie aus einem Grund, denn du nicht sofort nachvollziehen kannst. Alle in etwas 28 bis 35 Tage hast du das Gefühl, dass du keine Ahnung hast, was in dem Gehirn bzw. Körper deiner Freund*in vor sich geht.

Keine Sorge, wir klären dich auf. Zu wissen, was zu tun ist, wenn deine Freund*in die Periode hat, kann sich wie ein Schuss ins Schwarze anfühlen. Auch für Menstruierende ist es oft verwirrend. Unsere Vaginas bluten und unsere Gefühle fahren Achterbahn. In der einen Minute ist uns zum Lachen zumute, in der nächsten zum Weinen. Wahrscheinlich nimmt deine Freund*in es dir nicht übel, dass du nicht weißt, was du tun sollst. Doch wenn du weißt, was während ihrer Periode passiert, wie du ihr helfen kannst und was du auf keinen Fall tun solltest, kannst du euch beiden helfen.

VERSTEHE DIE VERÄNDERUNGEN, DIE IHRE PERIODE VERURSACHT

Eine der besten Möglichkeiten, wie du deine Freund*in während der Periode unterstützen kannst, ist, sich etwas Zeit zu nehmen, um zu erfahren, was im Körper passiert. Es kann anfangs mysteriös erscheinen, aber mit ein wenig Verständnis für den komplexen Prozess der Menstruation wirst du dir bewusst, warum deine Freund*in sich so fühlt und verhält. Das gibt dir die Werkzeuge an die Hand, die du brauchst, um mit deiner besseren Hälfte auf eine Art und Weise zu kommunizieren und sich dadurch geliebt und gestärkt zu fühlen.

DIE VIER PHASEN DES MENSTRUATIONSZYKLUS

Als erstes werden wir uns damit beschäftigen, was in jeder Phase des Menstruationszyklus passiert. Dies ist ein Prozess, der sich jeden Monat wiederholt. Wenn du also weißt, was passiert (und wann), kann dir das wertvolle Hinweise darauf geben, wie du deine Freund*in zu dieser Zeit unterstützen kannst.

Die Menstruationsphase.
Die Menstruationsphase ist die Zeit, in der man die Periode hat. Sie kann zwischen 1 und 7 Tagen dauern, abhängig vom eigenen Körper. Manche Menstruierende haben sogar noch längere Perioden, obwohl das nicht so häufig vorkommt. In dieser Phase beginnt die Gebärmutter, ihre Schleimhaut abzustoßen - daher kommt das Regelblut. Auch wenn es den Anschein hat, dass man viel blutet, sind es bei den meisten nur zwischen 2 und 3 Esslöffel Blut pro Periode. Krämpfe sind ein normales, wenn auch unangenehmes, Symptom während dieser Phase. Sie werden dadurch verursacht, dass sich die Gebärmutter zusammenzieht, um die Schleimhaut abzustoßen. Sollte man jedoch sehr starke Krämpfe haben (alltagseinschränkend), dann sollte sich Hilfe bzw. Rat geholt werden.

Die Follikelphase.
Die Follikelphase beginnt zur gleichen Zeit wie die Periode, dauert aber bis zu 13 Tage. Während dieser Zeit schüttet die Hirnanhangdrüse ein Hormon aus, dass den Eierstöcken signalisiert, dass ihre Eizellen wachsen müssen. Eine dieser Eizellen reift heran und in dieser Zeit beginnt die Gebärmutter, eine neue Schleimhaut aufzubauen.

Die Ovulationsphase.
Während des Eisprungs schüttet die Hirnanhangdrüse ein Hormon aus, das den Eierstock veranlasst, die reife Eizelle in die Eileiter zu entlassen. Diese Phase dauert nur maximal ein paar Tage.

Die Lutealphase.
Während der Lutealphase verweilt die Eizelle im Eileiter - allerdings nur für etwa 24 Stunden. Es wartet darauf, dass Spermien es befruchten. Wenn du keinen geschützten Sex hast und man schwanger wird, beginnt die Eizelle mit dem Einnistungsprozess. Wenn das Ei jedoch nicht befruchtet wird, wird es in ihre Gebärmutterschleimhaut aufgenommen und sie bekommt ihre Periode. Der gesamte Prozess beginnt wieder von vorne.

Es kann ein bisschen verwirrend sein, aber das sind nur die Grundlagen. Mache dir keinen Stress, wenn du versuchst, dir all diese Dinge zu merken. Es ist mehr eine Grundlage für das, was wir als Nächstes behandeln werden - die Hormone. 

DIE HORMONE BRINGEN ALLES DURCHEINANDER

Es gibt eine Menge Klischees darüber, wie sich Menstruierende während ihrer Periode verhalten. Manche sagen, ihre Freund*innen werden "verrückt". (Profi-Tipp: Sage das niemals zu deiner Freund*in. Ernsthaft, nicht cool.) Manche geben zu, dass sie beim Atemgeräusch der*s Partner*in wütend werden. Wieder andere sagen, dass sie alles in Sichtweite essen und sich in ihrem Bett verstecken wollen, bis die Blutung und die gleichzeitigen Schmerzen und die Reizbarkeit aufhören. All diese Gefühle können sich für dich völlig überwältigend anfühlen. Du möchtest helfen, bist dir aber nicht sicher, was du sagen sollst.

Lass uns zunächst eines klarstellen: Es ist nicht deine Schuld. Die Hormone schwanken ständig im Laufe eines Monats und können zu ziemlich intensiven Gefühlen führen. Genauso wie wir beschrieben haben, was körperlich während jeder Phase der Menstruation passiert, werden wir auch die hormonellen Veränderungen beschreiben und wie sie sich auf das emotionale Wohlbefinden auswirken können.

Was jede Phase wirklich bedeutet:

Die Menstruationsphase.
Jede*r Menstruierende ist anders, besonders während der Menstruationsphase. Für manche bringt der Beginn der Periode eine Erleichterung von Krämpfen und Heißhunger. Andere fühlen sich vielleicht müder als sonst und erleben schmerzhafte Krämpfe. Das ist wirklich eine individuelle Sache.

Die Follikelphase.
Während der Follikelphase beginnt ein Hormon namens Östradiol zu steigen. Dieses Hormon ist dafür bekannt, dass es Stressgefühle abbaut, die durch Cortisol und Adrenalin verursacht werden. Östrogen ist ebenfalls auf dem Vormarsch, was dazu führen kann, dass man sich kühl, ruhig und gesammelt fühlt. Deine Freund*in fühlt sich in dieser Zeit des Monats wahrscheinlich am besten.

Die Ovulationsphase.
Es gibt eine sehr wissenschaftliche Erklärung für das, was während der Ovulationsphase passiert, aber wir werden es kurz und bündig halten: Das Östradiol, das in der Follikelphase angestiegen ist, macht das Insulin effektiver. Dies wiederum signalisiert dem Körper, dass er mehr Testosteron freisetzen muss. Das Ergebnis? Man wird wahrscheinlich eine höhere Libido haben als zu jeder anderen Zeit des Monats. Dein Glück! Achte nur darauf, in dieser Phase besonders vorsichtig zu sein, wenn ein Baby nicht in eurer nahen Zukunft geplant ist - der Eisprung ist die Zeit, in der Menstruierende am fruchtbarsten sind.

Die Lutealphase.
Hier fangen die Probleme erst richtig an. Der Körper bildet mehr Progesteron, was dazu führen kann, dass man sich launisch fühlt. Zusammen mit dem zusätzlichen Cortisol, das in dieser Zeit tendenziell vorhanden ist, kann der Stresslevel höher als gewöhnlich sein. Studien haben gezeigt, dass Menstruierende während der Lutealphase zu Heißhunger neigen.

Es ist wichtig zu wissen, dass die Symptome der Periode nicht immer mit den hormonellen Veränderungen zusammenhängen. Vielmehr hängen viele von ihnen mit dem Lebensstil der Menstruierenden zusammen. Der Konsum von Alkohol, der Verzehr von viel Zucker und der Verzicht auf Sport können dazu beitragen, dass man sich während der Periode nicht so gut fühlt. Kritisiere aber nicht, wenn dein*e Partner*in diese Dinge tut. Frage stattdessen, ob man einen Spaziergang machen möchte, biete Tee statt Wein an oder zaubere ein gesundes Abendessen, das hilft, die Periodenschmerzen zu lindern.

JEDE*R MENSTRUIERT ANDERS

Die Quintessenz ist, dass keine zwei Menstruierenden gleich sind. Während dein*e Ex während der Periode vielleicht total entspannt war, kann dein*e jetzige*r Freund*in sehr reizbar sein. Es ist wichtig, sich dessen bewusst zu sein und Vergleiche zu vermeiden. Erwähne nicht, wie sich deine Schwester oder dein*e Ex verhalten hat. Lass dein*e Freund*in wissen, dass du dir zwar nicht vorstellen kannst, wie es sich anfühlt, wenn die Hormone ständig wechseln, dass du aber da bist und in jeder Weise unterstützen willst.

FRAGE, WAS GEBRAUCHT WIRD

Das bringt uns zu dem immer wichtigen Thema, wie genau du helfen kannst, die Regelschmerzen zu lindern und Partner*in des Jahres zu werden. Die Wahrheit ist, dass es nicht den einen Weg gibt, dies zu tun. Was bei manchen funktioniert, kann das genaue Gegenteil von dem sein, was gebraucht wird. Am besten ist es, wenn du einfach fragst: "Wie kann ich dir helfen?" Stelle sicher, dass dein*e Freund*in weiß, dass du es ernst meinst und sei offen für die Antworten.

Hier sind einige Ideen, die deine Kreativität anregen sollen:

  • Sei geduldig! Schiebe die Reizbarkeit nicht auf die Periode, sondern versuche zu verstehen, woher sie kommt.

  • Bringe das Essen, nach dem sich dein*e Freund*in sich sehnt. Egal, ob sich nach Eiscreme oder nach einem grünen Smoothie (kommt selten vor!) gesehnt wird. Gehe einfach und hole es. Dein*e Freund*in wird es für immer zu schätzen wissen (oder zumindest bis zum nächsten Monat).

  • Sei achtsam. Es ist eigentlich ganz einfach. Schenke einfach Aufmerksamkeit. Frage nach dem Tag. Lass dein*e Freund*in aussprechen.

  • Gib eine Massage. Eine gute. Und beschwere dich nicht darüber.

  • Gib genügend Freiraum. Dein*e Freund*in will vielleicht einfach nur Netflixen und chillen, alleine. Das ist in Ordnung. 

Der wichtigste Punkt hier ist, dass du nicht annimmst, was gebraucht wird. Frage und finde heraus, womit dein*e Freund*in sich besser fühlt. Und dann tu es. Denke daran: Das Schlimmste, was du tun kannst, ist zu fragen und dann nicht zu liefern.

SEI EIN VERFECHTER DER POSITIVEN EINSTELLUNG ZUR PERIODE

Männer auf der ganzen Welt sind dafür bekannt, im unpassendsten Moment zu fragen: "Hast du deine Periode?". Ein weiser Rat: Lass es einfach. Selten, wenn überhaupt, wurde diese Frage oder eine ähnliche mit einer angenehmen Antwort beantwortet. Eigentlich ist sie sogar ziemlich erniedrigend. Anstatt das Verhalten der Periode zuzuschreiben, solltest du dich für eine positive Einstellung zur Periode einsetzen, indem du verstehst und zeigst, dass die eigenen Gefühle gültig sind, unabhängig davon, ob dein*e Freund*in die Periode hat oder nicht.

Eine weitere Möglichkeit, sich positiv zur Periode zu verhalten, besteht darin, die Tampons zu besorgen, wenn sie gebraucht werden - ohne, dass es dir peinlich ist. Ernsthaft, niemand denkt, dass sie für dich sind. (p.s. hole nicht die Tampons voller Chemikalien. Die Vagina deiner*s Freund*in wird es dir danken.)

Und schließlich, in diesem Sinne, tue dein Bestes, um dein*e Freund*in nicht in Verlegenheit zu bringen. Die Welt ist voll von period shaming und dein*e Freund*in braucht das nicht von dir. Frage, ob ihr darüber reden sollt, was dein*e Freund*in gerade durchmacht, aber wenn nicht, zieh dich zurück und lass dein*e Freund*in wissen, dass du da bist.

OH, UND VERGESSE NICHT DEN PERIODENSEX.

Dieses Thema scheint sehr umstritten zu sein, aber hier sind ein paar Fakten. Perioden-Sex ist nicht eklig - denn Perioden sind nicht eklig. Sex während der Periode ist schmutzig, ja, aber das gilt auch für die Verwendung von Gleitgel. Dies ist nur eine natürliche Version dessen, was du vielleicht eh schon benutzt. Sex während der Periode kann auch helfen, die Krämpfe zu lindern und die Stimmung zu verbessern. Sex zu haben, wenn man die Periode hat, ist ein guter Weg, um positiv auf die Periode zu reagieren.

Viel Spaß :-)

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